Wolle

Allgemeinen Eigenschaften von Wolle

+ hervorragende Wärmeisolation
+ vermindert Entstehung von Gerüchen
+ lässt sich gut auslüften
+ zu 100 % biologisch abbaubar
+ gute Schweiß- und Feuchtigkeitsaufnahme
+ wasserabweisend
+ elastisch, keine Knitter- und Faltenbildung
+ recht schmutzresistent
+ schwer entflammbar
+ rauhe, schuppige Oberflächenstruktur
+ gut zu verfilzen

Als Wolle bezeichnet man die weichen Haare des Fells von verschiedenen Säugetieren. Neben dem Schaf zählen auch das Lama, das Alpaka-Kamel, das Angora-Kaninchen, die Kaschmir-Ziege uvm. zu den Wolllieferanten. Jedoch ist die Schafswolle, auch Schurwolle genannt, die meist Verwendete.

Da Wolle aus Deutschland meist sehr grob ist, wird sie für die Textilindustrie kaum verwendet. Stattdessen wird sie zum größten Teil aus China, Australien oder Neuseeland importiert. Die Tiere werden extra für die Zwecke der Wollindustrie gezüchtet. Damit sie mehr Wolle tragen können, zielt die Zucht auf die Bildung faltiger Haut. Aufgrund des unnatürlich dicken Fells kommt es vor, dass die Tiere an Hitzschlag sterben. Auch tödliche Krankheiten werden durch Larvenbefall in den Hautfalten provoziert. Um dies zu verhindern, wenden viele Schäfer*innen die Praktik des Mulesing an. Hierbei werden den Lämmern, in der Regel ohne Betäubung, große Fleischfetzen herausgeschnitten.
In Deutschland ist dies verboten, in Neuseeland und Australien allerdings nicht, da die Wollproduzent*innen Alternativen zum Mulesing als unwirtschaftlich erachten und ablehnen. Die Gewinnung von Wollfasern macht es notwendig, die Schafe in regelmäßigen Abständen zu scheren. Da die Rasur schnell ausgeführt wird, erleiden die Schafe häufig tiefe Schnittwunden, die von den Arbeiter*innen mit Nadel und Faden und ohne Schmerzmittel genäht werden. Dementsprechend überleben viele Tiere die Schur nicht. Diese Prozedur müssen die Schafe über sich ergehen lassen, bis sie nicht mehr genug Wolle abwerfen und zum Schlachten abtransportiert werden. Hinzu kommt ein Umweltproblem: die Entstehung von Methan, das Schafe ausscheiden.

Aber auch bei Wolle gibt es natürlich wieder Varianten, die durch verschiedene Siegel, unter anderem GOTS, als biologisch zertifiziert werden. Das Label stellt sicher, dass die Schafe nach kontrolliert biologischer Tierhaltung gehalten werden, kein Mulesing angewendet wird und keine Pestizide zum Einsatz kommen. Zudem müssen Mindestlöhne an Arbeiter*innen bezahlt und Regelarbeitszeiten eingehalten werden. Kinderarbeit ist verboten und die Arbeiter*innen dürfen keiner Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz ausgesetzt sein. Der Energieverbrauch bei der Produktion wird kontrolliert und Abwässer fachgerecht entsorgt.