Lyocell

Allgemeine Eigenschaften von Lyocell

+ vielseitige Anwendungsmöglichkeiten
+ unterschiedliche Haptiken möglich
+ gute Reißfestigkeit im nassen Zustand
+ knitterarm
+ strapazierfähiger als Baumwolle
+ gute Feuchtigkeitsaufnahme
+ hautfreundlich, geringes Allergiepotential
+ angenehmes Tragegefühl
+ seidiger Glanz

Lyocell gehört zu den Cellulosefasern und ist eine sogenannte Regeneratfaser. Sie wird aus Cellulose, zumeist von Holz, gewonnen. Einer der bekanntesten Anbieter ist die österreichische Lenzing AG, die die Faser unter dem Markennamen Tencel produziert. Sie hat dieses sehr nachhaltige Herstellungsverfahren patentieren lassen. Die Fasern weisen eine hohe Trocken- und Nassfestigkeit auf, liegen weich auf der Haut und absorbieren Feuchtigkeit sehr gut. Textilien aus Lyocell überzeugen mit einem glatten Griff sowie fließendem Fall und knittern kaum. Das Material ist zudem hautverträglich und weich, glänzend, antistatisch und leicht zu färben. In ihren Eigenschaften ist die Faser im weitesten Sinne vergleichbar mit der bekannteren Regeneratfaser Viskose, allerdings ist sie deutlich umweltschonender im Faseranbau wie im Herstellungsprozess.

Der Ausgangsstoff wird hauptsächlich aus asiatischem Eukalyptusholz gewonnen, ein Material, das in vielen Aspekten nachhaltig ist. Im Gegensatz zu den Anbauflächen für Baumwolle können die Flächen landwirtschaftlich nicht anders genutzt werden und der Anbau steht so in keiner Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau. Die Faserausbeute pro Quadratmeter ist weit höher als z.B. bei der Baumwolle. Umgerechnet können aus einer Anbaufläche von ca. 6 m² entweder ein einziges Baumwollshirt gefertigt werden oder zehn Shirts aus Lyocell. Für diesen hohen Ertrag ist kaum oder keinerlei Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln notwendig. Eukalyptus ist sehr ölhaltig; sein Öl wirkt antibakteriell, antiseptisch und gegen Pilze. Die Probleme im Anbau sind die doch auch vorkommenden Monokulturen und der vergleichsweise hohe Wasserbedarf der Pflanze, die bis zu 30 Liter Wasser am Tag benötigt.

In verschiedenen Schritten entsteht aus den Holzfasern ein Garn, das schlussendlich zu einem Textil verarbeitet werden kann. Dazu wird das Eukalyptusholz zunächst zerkleinert und in einem speziellen chemischen Bad aufgelöst. Die entstandene Spinnlösung wird zu feinen Fäden gespritzt. Das Besondere bei dem Prozess von Lenzing / Tencel ist die fast vollständige Kreislaufführung des Lösungsmittels: Es kann fast zu 100 % wiedergewonnen und -verwendet werden.