Leinen

Allgemeine Eigenschaften von Leinen

+ wirkt kühlend
+ luftdurchlässig, atmungsaktiv
+ langlebig und sehr strapazierfähig
+ unelastisch, knittert leicht
+ zu 100 % biologisch abbaubar
+ sehr glatt, keine Flusenbildung
+ kaum anfällig für Schmutz und Bakterien

Leinen oder Flachs war lange Zeit einer der wichtigsten europäischen Rohstoffe für die Bekleidungsproduktion, wurde jedoch, ähnlich wie der Hanf, zunehmend von der Baumwolle verdrängt. Heute umfasst die jährliche Produktion von Flachsfasern weltweit ungefähr 0,3 % der weltweiten Faserproduktion. Die Pflanze ist wenig anspruchsvoll und kann im europäischen Klima angebaut werden. Im konventionellen Flachsanbau wird eine Reihe von Pestiziden eingesetzt, anders als bei der kontrolliert biologischen Landwirtschaft. Hier ist der Einsatz von synthetischem Dünger und Pestiziden verboten.

Leinen wird aus den Stängeln der Flachspflanze erzeugt. Die Gewinnung der Fasern ist allerdings gar nicht so einfach. Zuerst erfolgt das Raufen, das maschinelle Ausreißen der Flachspflanze. Danach gibt es zwei unterschiedliche Verfahren: einmal die sogenannte Tauröste, die völlig schadstofffrei ist. Die Faser soll sich vom umgebenden Pflanzengewebe ablösen, was Pilzorganismen, die auf dem Feld leben, in einem Zeitraum von drei bis sieben Wochen bewerkstelligen. Ein großer Vorteil hiervon ist, dass viele der von der Pflanze absorbierten Nährstoffe so dem Boden zurückgegeben werden können.
Im Gegensatz dazu steht die im konventionellen Anbau angewandte schnellere Warmwasserröste, bei der das Pflanzenmaterial in Bassins mit 28° bis 40° C warmem Wasser gebracht wird. Sie geht schneller und das Ergebnis ist besser kontrollierbar. Der Vorgang führt jedoch zu Umweltbelastungen durch die entstandenen Abwässer.