Baumwolle

Allgemeine Eigenschaften von Baumwolle

+ luftdurchlässig, atmungsaktiv
+ nicht wärmeisolierend
+ sehr langlebig
+ reiß- und scheuerfest
+ hohe Feuchtigkeitsaufnahme
+ trocknet langsam
+ angenehmes Tragegefühl, kratzt nicht
+ hautfreundlich, geringes Allergiepotential
+ unempfindlich gegenüber Schweiß und Laugen
+ widerstandsfähig gegen Hitze
+ zu 100 % biologisch abbaubar

Die Baumwolle ist mit etwa 25 % der zweithäufigste genutzte Rohstoff für die Faserherstellung. Regenwälder werden abgeholzt, um auf den Flächen in Monokulturen mittlerweile 80 % genveränderte Baumwolle mit einem unfassbar hohen Wasserverbrauch anzubauen. In Anbau und Herstellung verbraucht die Baumwolle im Durchschnitt ca. 15.000 Liter Wasser pro Kilo. Keine andere Nutzpflanze braucht so viel Wasser. Wenn man die reife Baumwolle ernten will, ist Regen jedoch schlecht, da sich die weiße Watte mit dem Wasser vollsaugt und verfault. Deswegen wird Baumwolle in Trockengebieten angebaut und künstlich bewässert. Dort ist Wasser allerdings knapp. Der hohe Wasserbedarf für den Anbau der Baumwolle bewirkt wiederum, dass ganze Seen und Gebiete austrocknen, der Grundwasserspiegel sinkt, Trinkwasser knapp wird und Böden versalzen. In der Folge gehen die Erträge zurück.

Da Baumwollpflanzen sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge sind, werden hier die meisten und giftigsten chemischen Pflanzenschutzmittel gespritzt. Etwa ¼ der weltweit auf Ackerflächen gesprühten Insektizide landen auf Baumwollfeldern. Nach Schätzungen sterben weltweit pro Jahr 20.000 Menschen an Pestizidvergiftung in der Landwirtschaft. Zudem erzeugen die eingesetzten Chemikalien in den Anbauregionen Geburtsfehler, Krebs und Geisteskrankheiten.

Bei genmanipulierter Baumwolle wurde das Saatgut so künstlich verändert, dass sie selbst ein Gift produziert, das Insekten und Kleintiere, die an Blättern nagen, tötet. Außerdem kann sich dieses Saatgut nicht mehr selbst vermehren, weshalb Jahr für Jahr neues gekauft werden muss. Das Saatgut ist nicht nur vergleichsweise teuer, es benötigt auch mehr Dünger und Wasser, um gute Erträge zu liefern. Doch die erhofften Einsparungen an Pflanzenschutzmitteln können kaum erfolgen, da die Schädlinge resistent gegen das von den Pflanzen produzierende Gift sind – so dass weiterhin Pestizide eingesetzt werden müssen. In der Folge sind die Landwirt*innen oft aussichtslos verschuldet und dadurch meist abhängig von den Konzernen.

Ein weiteres großes Problem im Anbau ist der Einsatz von Kinderarbeit. Er beträgt etwa 25 %. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeiterorganisation müssen 98 Millionen Kinder weltweit in der Landwirtschaft arbeiten. Die jüngsten sind gerade mal sechs Jahre alt, gearbeitet wird bis zu zwölf Stunden täglich, sieben Tage die Woche, oftmals ohne jegliche Rechte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Einsatz konventioneller Baumwolle sehr hohe Umweltauswirkungen hat. Demgegenüber ist biologische Baumwolle auf jeden Fall vorzuziehen, da hier auf einen geringeren Wasserverbrauch sowie den Verzicht auf Pestizide, Herbizide, Kunstdünger und Gentechnik geachtet wird. Kinderarbeit ist tabu. Abwechselnde Fruchtfolge und organische Düngung stehen im Vordergrund. Im Gegensatz zur konventionell produzierten Baumwolle enthält biologische Baumwolle natürliche Samen, aus denen wieder neue Pflanzen wachsen können. Das erspart den Landwirt*innen dauerhaft Kosten für neues Saatgut. Jedoch ist auch bei Bio-Baumwolle der Wasser- und Flächenverbrauch im Vergleich sehr hoch.

Bisher wird nur knapp 2 % der weltweiten Baumwolle nachhaltig angebaut!
Damit es Käufer*innen leichter fällt, zwischen konventioneller und nachhaltiger Baumwolle zu unterscheiden, gibt es verschiedene Siegel auf dem Etikett eines Kleidungsstückes, die kennzeichnen, dass die verwendete Baumwolle nachhaltig angebaut wurde.

Man unterscheidet grundsätzlich drei Baumwollarten:

+ GMO-Baumwolle: Genetisch modifiziert, beim Anbau werden Pestizide und Düngemittel eingesetzt
+ Sustainable Cotton: Nicht genetisch modifiziert, wird mit geringen Mengen an Pestiziden und Düngemitteln angebaut, ist allerdings nicht frei davon
+ Organic Cotton: Weder Gentechnik noch chemische Pestizide noch Düngemittel werden verwendet